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Fluch und Segen saisonalen Essens

Erdbeeren und Auberginen im Winter, Gurken und Tomaten das ganze Jahr über… Davon konnten die Leute vor ein paar Jahrzehnten nur träumen, denn sie waren auf saisonales Essen angewiesen. Nun hält man die ständige Obst- und Gemüsevielfalt in den Supermarktregalen für selbstverständlich. „Es ist gesund und bequem, frische Lebensmittel die ganze Zeit zur freien Verfügung zu haben“, unter diesem Motto verkaufen die Supermärkte all das Obst und Gemüse, alles schön in einer Reihe. Aber ist es wirklich ein Segen? Oder eine Illusion…

7/20/2017 - Regiothek Redaktion
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Fluch und Segen saisonalen Essens

Obst und Gemüse – sind sie immer gesund?

Der Verzehr von Obst und Gemüse ist nicht nur eine Möglichkeit, sich mit Energie und Munterkeit aufzuladen. Es ist ein wahrer Vitaminbrunnen, der unsere Immunität unterstützt und für eine normale Lebensfunktion notwendig ist. In einem Bericht empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, mindestens 400g Obst und Gemüse pro Tag (ohne Kartoffeln und andere stärkehaltige Knollen) zu essen, um chronischen Leiden wie Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit vorzubeugen.

Über die Nützlichkeit von Obst und Gemüse lässt sich nicht streiten – doch muss dazu noch einiges gesagt werden. Nützlich sind primär die Früchte und Pflanzen, die entsprechend ihrem natürlichen Zyklus in ihrem Lebensraum gewachsen sind. Die Lebensmittelindustrie passt sich an unsere Konsumgewohnheiten an und gewöhnt uns gleichzeitig daran, alle Früchte das ganze Jahr über zu verzehren.

Die Natur können wir nicht dazu zwingen, Nachsicht mit unseren Schrullen zu haben. Jede Frucht hat ihren eigenen Ernte- und Genusszeitpunkt. So hat bei uns der Rhabarber im April und Mai Hochsaison, Weintrauben im September und Oktober. Rhabarber im Oktober und Weintrauben im Mai – das wäre übernatürlich.

In wärmeren Gebieten oder an Hauswänden wachsen auch bei uns Tafeltrauben. Um regionale Weintrauben zu essen, muss man nur den Erntezeitpunkt abwarten können. Der Genuss ist dann umso größer.

In wärmeren Gebieten oder an Hauswänden wachsen auch bei uns Tafeltrauben. Um regionale Weintrauben zu essen, muss man nur den Erntezeitpunkt abwarten können. Der Genuss ist dann umso größer.

Bild: INRA / Jean Weber: „Chasselas Muscat“, Lizenz CC BY- 2.0

Dafür gibt es grundsätzlich nur zwei mögliche Erklärungen. Entweder kommen die Lebensmittel nach einer langen Reise aus südlichen Ländern nach Deutschland. Dann werden sie frühzeitig gepflückt und reifen unterwegs oder in Lagern aus. Oder sie stammen tatsächlich aus der Umgebung, was in diesem Fall aber nicht automatisch heißt, dass sie auch gesünder sind. In beiden Fällen werden sie höchstwahrscheinlich entweder mit Nitraten und Pestiziden gedüngt oder mit Wachstumsstimulatoren gespritzt. Wenn Früchte aus dem Ausland kommen, dürfen sie während des Transports ihr attraktives Aussehen nicht verlieren, weshalb standardmäßig mit Chemikalien „nachgeholfen“ wird.

So kann sich nützliches Gemüse und Obst von einem echten Allheilmittel in Gift verwandeln. Und beim Versuch, den steigenden Bedarf zu decken, kann die Landwirtschaft auch Schäden und Risiken produzieren. Wie soll man mit dem Widerspruch umgehen, dass man Gemüse und Obst essen muss, aber das womöglich nicht immer tun sollte?


Jedes Problem hat eine Lösung

Saisonales Essen ist dabei das ganze Jahr über verfügbar. Nur eben nicht alles zur gleichen Zeit. Grundsätzlich ist es schon einmal ein erster Schritt, regional einzukaufen. Der Verzehr von Früchten aus der Region, die vom Bauern lokal und nachhaltig angebaut werden, vermeidet lange Transportwege. Der Nachteil ist hingegen, dass sie nur in bestimmten Jahreszeiten verfügbar sind, da die örtliche Landwirtschaft natürlich von den klimatischen Voraussetzungen abhängig ist. Umso sinnvoller sind solche Lebensmittel, weil ihre Saisonalität hier als ein Nachweis ihrer fairen Herkunft und ihres gesamtgesellschaftlichen Nutzens angesehen werden kann. Regionales und saisonales Essen gehen also miteinander einher.

Zweitens kann jeder einen Vorrat an Gemüse und Obst für fruchtlose Monate im Voraus anlegen. Natürlich wächst das Grünzeug während des kalten Winters nicht. Um die vollwertigen Rationen das ganze Jahr über zu haben, muss man sich ein bisschen Mühe geben. Ob Einkochen, Trocknen oder Einfrieren… bleibe eine Frage des Geschmacks! Beim Einkochen wird man den ganzen langen Winter über mit leckerem Essiggemüse, Beerenmarmelade oder Obstkompott versorgt. Diese Methode ist aber nicht immer zu empfehlen, da die Wärmebehandlung den Vitamingehalt verringert. Im Vergleich damit ist Trocknen eine schonende Weise, die Naturschätze aufzubewahren. Das Trocknen in der Sonne oder im Ofen ist speziell für die Konservierung von Kräutern, Pilzen und Beeren geeignet. Die schonendste Methode bleibt das Einfrieren, das es ermöglicht, nicht nur einen sehr hohen Vitamingehalt der Früchte zu erhalten, sondern auch ihren einmaligen Geschmack und Duft.


Die Saison-Kalender für Ihre Küche

Unser Fazit: Selbst wenn man sich gesund und nachhaltig ernähren will, ist es doch möglich, das ganze Jahr saisonale Obst- und Gemüsevielfalt auf dem Esstisch zu haben. Um alle Geschenke der Natur zu genießen, muss man nur einige kleine Schritte machen.

Manche Obst- und Gemüsesorten sind sogar „ganzjährig saisonal“. In etwa überdauern manche Apfelsorten bei richtiger Lagerung bis zur nächsten Saison. Und etliche Gemüsearten wie Kohl, Lauch oder Zwiebeln sind aufgrund ihrer Lagerfähigkeiten ebenfalls immer aus regionalem Anbau verfügbar. Um den Überblick über das Obst- und Gemüseangebot aus heimischem Anbau zu behalten, können Sie in Ihrer Küche auch Saisonkalender aufhängen, um beim nächsten Einkauf Bescheid zu wissen.

Gemüse Saisonkalender

Gemüse Saisonkalender

Bild: Regiothek
Obst Saisonkalender

Obst Saisonkalender

Bild: Regiothek

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