Unsere Philosophie

Worum es uns bei der Regiothek geht? Um gutes, ehrliches Essen, um Genuss, um eine nachhaltigere Lebennsmittelwirtschaft, um regionale Produkte von kleinen, handwerklichen Betrieben.

Unsere Philosophie

Unser Ansatz: Eine Plattform für regionale Betriebe und eine einmalige Möglichkeit zur Transparenz! Denn die Regiothek ist die erste Plattform überhaupt, auf der Lieferbeziehungen kleiner Betriebe auf einer Karte öffentlich dargestellt werden können. Unser Netzwerk aus Betrieben bekennt sich mit uns zusammen zu Idealen, welche gemeinsam unsere starke Unternehmensphilosophie ausmachen: für regionale Wertschöpfung, nachhaltige Produktion und eine rundum sinnvolle Lebensmittelwirtschaft!


Alle Betriebe unserer Plattform und wir von der Regiothek bekennen uns gemeinsam zu folgenden Idealen:


IDEAL: Regionalität

Regionale Lebensmittel sind in aller Munde. Doch was bedeutet “regional” überhaupt? - Viele Marktteilnehmer behaupten, es zu sein, doch die wenigsten lassen sich in die Karten blicken. Der Gesetzgeber gibt für “regionale Lebensmittel” keine Definition vor - grundsätzlich könnte sich also quasi jedes Produkt so nennen. Dieser Lücke wollen wir etwas entgegensetzten: Durch die Regiothek wird Regionalität nachvollziehbar und glaubhaft. Zunächst sind in unserem Netzwerk lediglich sehr kleine bis mittelständische Betriebe der Lebensmittelwirtschaft vertreten, die ihre Regionalität tatsächlich glaubhaft und transparent kommunizieren können und wollen.

Kritische Reflexion: Auch wir sind uns natürlich der Tatsache bewusst, das Regionalität immer relativ und ob der schier undurchdringbaren Komplexität von Wertschöpfungsketten unmöglich eindeutig zu messen ist: Wo beginnt Regionalität, wo hört sie auf? Würde man eine Art Regionalitäts-Indikator berechnen wollen, kommt man schnell an die Grenzen des Begriffs: Wie stark sind einzelne Zutaten eines zusammengesetzten Produkts zu gewichten, welche alternativen Bezugsquellen für ein bestimmtes Produkt hätte ein Betrieb noch (vgl. auch: Kritische Reflexion zu “Transparenz”)? Auch sind wir uns der Tatsache bewusst, dass nicht alle Produkte “regional” verfügbar sind. Deutlich wird dies am Beispiel von Kaffeeröstereien, von denen etliche auf der Regiothek gelistet sind: Der Rohkaffee kommt hier aus Übersee, die handwerkliche Veredelung und damit auch ein Teil der Wertschöpfung finden aber bei uns in der Region statt. Durch die untrennbar von unserem Konzept der Regionalität verbundene Lieferkettentransparenz wird dies aber offen kommuniziert.


IDEAL: Transparenz

Eng mit der Idee der Regionalität verknüpft ist unser Ideal der Transparenz: Denn die Regiothek ist die erste Plattform überhaupt, auf der Lieferketten der kleinstrukturierten Lebensmittelwirtschaft auf einer Karte dargestellt werden: Bauer A liefert Getreide an Mühle B, die wiederum Mehl an Bäckerei C liefert. Das Brot der Bäckerei lässt sich außerdem im Laden D erwerben und in der Pension E zum Frühstück genießen… Transparenz vom Acker bis zum Teller ist durch unsere Plattform bereits möglich.

Kritische Reflexion: Ebenso wie Regionalität ist kann Transparenz nur schwer zu 100% erreicht werden: Denn wo fängt die Wertschöpfung eines Produktes an, wo hört sie auf? Mit unserer Plattform können wir lediglich Lieferbeziehungen transparent darstellen, wenn die entsprechenden Produkt- und Zuliefererdaten von unserem Netzwerk auch eingepflegt werden. Wenn beispielsweise eine Bäckerei Salz für ihr Brot verwendet, dieses Salz von einem Salzbergwerk X stammt, ist dies noch relativ leicht darstellbar. Aber was ist mit den Maschinen, mit denen das Salz abgebaut wird? Woher kommen die Teile des Baggers, wo wird er gefertigt, wie lange ist er im Einsatz und mit welchem Treibstoff wird er betrieben… ? - Das Beispiel verdeutlicht, dass Wertschöpfungsketten sehr, sehr lange sind und man schon bald an die Grenzen des Konzepts stoßen kann. Unsere Lieferkettenvisualisierung ist also eine sehr gute, wenngleich nicht perfekte Annäherung bzw. Abbildung der Warenströme, vermittelt aber einen immerhin sehr guten und transparenten Eindruck.

Beim Stöbern auf unserer Karte kann man die Produktherkunft einzelner Betriebe einsehen (Beispielbetriebe):


IDEAL: Nachhaltigkeit

Viele der Regiothek-Betriebe sind biozertifiziert. Im Sinne der Nachhaltigkeit geht es bei Bio-Produkten nicht unbedingt um eine gesunde Ernährung, sondern um eine potentiell regenerative Erzeugung, sprich: um den Erhalt natürlicher Ressourcen, insbesondere des Bodens. Neben den biozertifizierten Betrieben sind auch solche gelistet, die (noch) keine Bio-Zertifikat haben, aber dennoch zu unserem Netzwerk passen: Manche der Betriebe sind sehr klein oder werden im Nebenerwerb betrieben, weshalb aus wirtschaftlichen Gründen ein Biozertifikat für sie nicht in Frage kommt. Produkte, die nicht zertifiziert sind, können außerdem nach einer ganzheitlichen Betrachtung genauso sinnvoll sein, wie solche, die es sind - man denke an das in der Öffentlichkeit viel debattierte Beispiel von der spanischen Bio-Gurke aus dem Supermarkt vs. der nicht-zertifizierten Gurke vom Bauern nebenan. In unserem Alltag nehmen wir die auf der Regiothek gelisteten Betriebe stets qualitativ und ganzheitlich unter die Lupe.

Kritisch Reflexion: Wir wissen, wie komplex sich die Realität zwischen Ideal und Wirtschaftlichkeit in der globalisierten Welt gestaltet. In unserem aktuell vorherrschenden Wirtschaftssystem ist es quasi unmöglich, zu 100% nachhaltig zu wirtschaften: Ein Beispiel: Selbst ein Gemüsebaubetrieb in Permakultur, der Nährstoffzufuhr und Humus zu 100% aus der betriebseigenen Kreislaufwirtschaft bezieht, benötigt aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen Räumlichkeiten, Geräte und logistische Methoden, die (noch) nicht komplett nachhaltig sein können. Ebenso wie beim Konzept der “Regionalität” ist die “Nachhaltigkeit” also nie absolut, sondern stets relativ zu sehen, was das Bemühen um ihr Erreichen jedoch nicht weniger wichtig macht.

Die Regiothek setzt sich systemisch für eine zukunftsfähige Lebensmittelwirtschaft ein.

Unser Nachhaltigkeitskonzept

Bild: Regiothek GmbH

Ideal: Diversität

Vielfalt ist unabdingbar für die Lebendigkeit, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit der regionalen Lebensmittelbranche. Um eine hohe Diversität zu erhalten oder wiederzubeleben, ist es wichtig, auf eine Vielzahl kleiner Erzeuger, Verarbeiter und Händler zu setzen. Denn jede/r von ihnen arbeitet ein klein wenig anders, individuell eben - und das ist gut! Genau deshalb ist die Regiothek eine Plattform für kleine Betriebe und kleine Strukturen. Denn nur kleine, unabhängige Betriebe können der fortschreitenden Standardisierung durch große Konzernstrukturen etwas entgegensetzen. Die Menschen, die tagtäglich auf dem Acker, im Handwerksbetrieb oder in der Küche für individuell hergestellte Produkte sorgen sind diejenigen, die die Vielfalt erhalten!

Kritische Reflexion: Auch kleine Strukturen sind auf großere Strukturen angewiesen, was aber nicht unbedingt negativ ist. Inzwischen listen zum Beispiel viele Edeka-Märkte auf den Bezug von Produkten kleiner Hersteller, was deren Absatz beflügeln kann. Bei unserem Ideal der Diversität und der kleinen Strukturen kann es also im Einzelfall schwierig sein, eine Grenze zu ziehen. Grundsätzlich orientieren wir uns bei der Aufnahme von Betrieben in unser Netzwerk an deren Firmenstruktur: Auf der Regiothek findet man keine Ketten oder Konzerne, sondern inhabergeführte Geschäfte. Kleine Strukturen erfordern darüberhinaus einen hohen logistischen Mehraufwand für die Abwicklung von Lieferungen: Ein sinnvoller und auf Optimierung von Transportenergie ausgelegter Zwischenhandel ist also für viele Händler und Gastronomen nicht nur betriebswirtschaftlich notwendig, sondern kann auch ökologisch nachhaltig sein.

Unabhängige Erzeugung und unabhängiger Handel sind Garanten für Diversität:


IDEAL: Kulinarisches Erbe

Wir lieben Genuss! Und wir wollen, dass es nicht immer überall gleich schmeckt! Denn Essen soll mehr sein als nur Nahrung. Durch die Vielfalt kleiner Erzeuger, Verarbeiterinnen und Restaurants, die im Netzwerk der Regiothek gelistet sind, werden Lebensfreude und Genuss erhalten und belebt. Unser Ideal des kulinarischen Erbes ist also verknüpft mit dem der Diversität. Zum erhalt des kulinarischen Erbes gehört auch der Erhalt alter Nutzpflanzen oder Nutztierrassen: Diese leisten neben dem ästhetischen bzw. kulinarischen Aspekt auch einen Beitrag zu mehr Klimaresilienz [vgl. Thünen] und damit zu einer enkeltauglichen Landwirtschaft.

Das verarbeitende Lebensmittelhandwerk sowie eine Gastronomie, die auf Handwerklichkeit statt Convenience setzt, sorgen dafür, dass altes Wissen und traditionelle Rezepturen weitergegeben werden, aber auch neue, innovative und inspirierende Produkte und Gerichte enstehen:


Aber nun genug der Theorie und ran an den Speck: Stöbern Sie durch die Regionen und entdecken Sie spannende Betriebe und die begeisterten Menschen, die dahinterstecken:

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