Regionale Alternativen zum Kaffee

Kaffee regional genießen? Gar nicht so einfach. Wir zeigen dir, mit welchen regionalen Produkten du ebenfalls auf den Geschmack kommst.

2/5/2019 - Anastasia Hartleib
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Regionale Alternativen zum Kaffee

Für viele startet der Tag nicht ohne sie: Eine warme, duftende Tasse Kaffee, die Schwung in den Körper bringt. Doch gerade wer sich umweltbewusst ernährt, steht beim Kaffee vor einem Dilemma. Zwar gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Bio-Kaffees, die nachhaltig wirtschaften und einige regionale Röstereien, die dem Kaffee ihr besonderes Aroma verleihen. Angebaut werden die schmackhaften Bohnen jedoch in Afrika, Asien und Süd- bzw. Mittelamerika.

Das bedeutet nicht nur lange Transportwege, sondern auch einen hohen Energieverbrauch. Für eine Tasse Kaffee werden in der Herstellung rund 140 l Wasser verbraucht. Ein saurer Apfel, in den nicht jeder gerne beißt.

Kaffeeliebhaber müssen jedoch nicht verzagen: Es gibt auch regionale Alternativen, die dem klassischen Kaffee im Geschmack nur wenig nachstehen. Im Folgenden wollen wir dir einige Ersatzmöglichkeiten vorstellen.

Ein Manko haben die regionalen Mukkefucks, wie Kaffeeersatzprodukte auch genannt werden, jedoch: Sie sind allesamt koffeinfrei. Wer auf den gelegentlich Energieschub nicht verzichten will, kann regional auf Brennnessel-Tee umsteigen. Der entfaltet seine Wirkung allerdings nur sehr zögerlich. Viele Koffein-Junkies schwören mittlerweile auf Weizengras-Getränke, die sehr belebend wirken. Weizengras-Präparate erhältst du – wie mittlerweile auch viele Kaffeeersatz-Produkte – in einigen Bioläden und Reformhäusern.


1. Malz- oder Getreidekaffee

Malzkaffee trank man schon im 18. Jahrhundert und wird auch heute noch dank seiner süßlichen Note als beliebter Kaffeeersatz verwendet. Für seine Herstellung werden Gerstenkörner in Wasser eingeweicht, bis sie keimen. Bei der Keimung wandelt sich die in den Gerstenenzymen enthaltene Stärke in Malzzucker um, der beim späteren Rösten karamellisiert. So entsteht der unverwechselbare Geschmack des löslichen Pulvers.

Im Gegensatz dazu werden die Körner beim Getreidekaffee nicht aufgekeimt, weswegen diese Getränke vor allem für Fans bitterer Geschmacksrichtungen geeignet sind. Für Getreidekaffee verwenden Röstereien in der Regel Gerste, Roggen und Dinkel, selten auch Mais.


2. Kastanien- oder Eichelkaffee

Viele kennen klassische Esskastanien vor allem als leckeren Snack.

Viele kennen klassische Esskastanien vor allem als leckeren Snack.

Bild: CC0

Eine herbstliche Kaffeebohnenvariante stellen Eicheln dar. Sie beeindrucken durch ihren erdigen Geschmack und ihre antibakterielle und blutzuckersenkende Wirkung. Esskastanien eignen sich ebenfalls zur Kaffeeherstellung, die im Vergleich zu Eicheln ein nussigeres und süßliches Aroma besitzen.

Sowohl Eicheln, als auch Esskastanien kannst du ganz einfach selbst sammeln und rösten. Während du die Maronen geschält einfach im Ofen bei 120°C leicht braun rösten kannst, musst du die Eicheln zuvor noch ein paar Tage in Wasser baden. Eicheln enthalten einige Gerbstoffe, die für den Menschen unverträglich sind, im Wasserbad allerdings ausgeschwemmt werden. Wechsle dafür einfach täglich das Wasser, bis es klar bleibt.


3. Kaffee aus Löwenzahn- oder Zichorienwurzeln

Eine ebenfalls ziemlich kostengünstige Variante ist die Löwenzahnwurzel. Sie entfaltet ein kaffeeähnliches bitteres Aroma und wirken zudem verdauungsfördernd und blutreinigend. Möchtest du die Löwenzahnwurzeln selbst ernten, solltest du am Besten im Herbst mit einem Wurzelstecher losziehen – da sammeln sich alle Nährstoffe in den langen Pfahlwurzeln.

In ähnlicher Weise, jedoch bereits viel länger, werden die Zichorienwurzeln, zu dessen Gattung auch der Chicoreé zählt, als Bohnenersatz verwendet. Der aus den Wurzeln austretende Saft karamellisiert beim Rösten und verleiht dem Surrogat den charakteristischen Kaffeegeschmack.

Auch die Herstellung ist relativ simpel: Wurzeln ernten, waschen, in Scheiben schneiden. Danach für ein paar Tage trocknen, in einer Pfanne ohne Öl rösten und mahlen. Circa einen Teelöffel des Pulvers mithilfe eines Filters aufgießen und genießen.


4. Lupinenkaffee

Lupinen kennen viele vor allem aus der vegetarischen Küche, als Fleischersatz oder in gesunden Smoothies und Aufstrichen. Die Hülsenfrucht macht allerdings auch als Kaffeeersatz eine ganz gute Figur. Der Vorteil gegenüber Malz- und Getreidekaffee: Die Lupinen enthalten kein Gluten- und sind somit auch für Menschen mit Unverträglichkeiten geeignet.


5. Hagebuttenkaffee

Hagebuttentee ist wohl jedem ein Begriff – einen Kaffee aus Hagebuttenkernen kennen jedoch wohl die wenigsten. Für die eigene Herstellung einfach die Früchte halbieren und entkernen. Kerne waschen, von Härchen befreien und an der Luft trocknen. In einer Pfanne ohne Öl rösten und vor jedem Genuss frisch mahlen.

Schon mal Hagebuttenkaffee probiert?

Schon mal Hagebuttenkaffee probiert?

Bild: CC0

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