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Triebwerk – Die Vision einer zukunftsfähigen Landwirtschaft

Innovativ und klimafreundlich: mit der Vision einer zukunftsfähigen Landwirtschaft hat sich das Triebwerk auf den Anbau von Microgreens und Edelpilzen spezialisiert. Christoph Helm, einer der drei Gründer, erzählt euch nicht nur mehr über die Entstehungsgeschichte des Triebwerks, sondern auch, was an Microgreens und Edelpilzen so besonders ist. Erfahrt, was Triebwerk am Herzen liegt, und wie sie planen, die Zukunft ihrer Landwirtschaft zu gestalten.

9/11/2023 - Regiothek Redaktion
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Triebwerk – Die Vision einer zukunftsfähigen Landwirtschaft

Umami, der fünfte Geschmackssinn, der als "herzhaft" oder "fleischig" beschrieben wird, hat die kulinarische Welt im Sturm erobert. Edelpilze wie der Igelstachelbart und der Shiitake, wie sie Triebwerk anbietet, sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, Umami in der Küche zu integrieren und den Geschmack von Gerichten zu bereichern. Ihre einzigartige Kombination aus Textur und Geschmack macht sie zu einem beliebten Element in vielen kulinarischen Traditionen weltweit.

In unserem Interview mit Christoph Helm geht es aber nicht nur um den Geschmack. Es geht vor allem um Nachhaltigkeit, Innovation und die Transformation der Art und Weise, wie wir Lebensmittel anbauen und genießen.


Christoph, wer seid ihr und wie entstand Triebwerk?

Triebwerk wurde von uns dreien (Christoph Helm, Valentin Stroh und Miguel Zehntner) 2021 gegründet. Anfangs wollten wir ein paar Ideen, die ich schon länger im Kopf hatte, ausprobieren. Wir sind dann in einem Gewächshaus in der Innstadt gelandet und konnten dort ein bisschen experimentieren. Relativ schnell sind wir dann auf das Thema Microgreens gestoßen. Nachdem wir über den Winter im (unbeheizten) Gewächshaus nicht weiter machen konnten, sind wir in einen Raum in der Höllgasse umgezogen und haben uns vollständig auf Microgreens eingeschossen. Der Raum dort wurde dann schnell zu klein und nun sind wir seit Anfang April in einem zur Halle umgebauten ehemaligen Kuhstall in Wörth 6, Passau umgezogen. In der Halle haben wir neben den Microgreens jetzt noch ein Indoor-Anbausystem für Edelpilze aufgebaut. Außerdem haben wir dort einen halben Hektar Ackerland gepachtet. Dort haben wir einen Folientunnel aufgebaut und produzieren Chillies, Tomaten, Salate, Schnittblumen, essbare Blüten und noch andere Gemüsespezialitäten.

Was sind Microgreens und wie seid ihr auf die Idee gekommen, Microgreens anzubauen? 

Microgreens, das ist Gemüse in Mini-Form. Letztlich bauen wir eine ganze Bandbreite an Gemüse wie z.B. Brokkoli, Kohlrabi, Erbsen, Rettich, Radieschen, etc. an und ernten das Gemüse als Keimling.

Microgreens von Triebwerk

Microgreens

Microgreens sind extrem gesund und enthalten pro Mengeneinheit sehr viel höhere Gehalte an Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien etc. als das ausgewachsene Gemüse. Man könnte also, um seinen Vitaminhaushalt zu decken einfach eine kleine Handvoll Brokkoli Greens essen und hat denselben Effekt, wie wenn man einen ganzen Brokkoli verspeist.

Das tolle an Microgreens ist, dass sie auf sehr kleiner Fläche sehr hohe Erträge erzielen können. Das geht über ein vertikales Anbausystem, in dem die Pflanzen in mehreren Etagen übereinander wachsen. Dadurch dass wir Microgreens indoor anbauen, können wir das ganze Jahr (Januar-Dezember) produzieren. Somit können wir auch im Winter frische, regionale Greens anbieten. Mit dem Indoor-Anbau (auch bei den Pilzen) wollen wir dazu beitragen, dass auch im Winter regionale Lebensmittel verfügbar sind. Außerdem wollen wir die Landwirtschaft dadurch ein Stückweit zukunftsfähig machen. Draußen ist es durch den Klimawandel immer unberechenbarer geworden. Hagel, Sturm, Dürre, Starkregen… Im geschützten Anbau sind wir davon nicht betroffen.

Ganz neu in eurem Sortiment sind die Edelpilze. Was macht sie so besonders und wie schmecken sie am besten?

Edelpilze von Triebwerk

Edelpilze

Erstmal passen die Pilze gut zu uns weil sie sich ähnlich wie Microgreens gut indoor kultivieren lassen. Wir fokussieren uns dabei auf Pilzen die regional nicht oder nur schwer erhältlich sind. Angefangen haben wir mit Shiitake und Igelstachelbart. Es werden aber noch weitere Sorten folgen. Unsere Kunden und auch wir (wir haben alle drei in letzter Zeit sehr viele Pilze gegessen…) sind recht begeistert von der Qualität. Die Pilze sind sehr fest und voller Umami.

Shiitake braten wir gerne einfach in der Pfanne mit bisschen Öl und Salz an. Das schmeckt super solo zum Snacken, aber auch zu Salat, Pasta etc. Neben dem Kulinarischem Aspekt sind Shiiake und Igelstachelbart auch sehr gesund und werden seit Jahrhunderten in der Asiatischen Volksmedizin eingesetzt.

Warum betreibt ihr urban gardening?

Urbane Produktion bedeutet für uns nah am Verbraucher zu sein. Wir schätzen den direkten Kontakt mit unseren Abnehmern. Das finden wir einfach schön und es ist auch durch die sehr kurzen Lieferwege klimaschonend. Urban gardening bedeutet für uns auch eine Abkehr von den großen Agrarstrukturen. Wir wollen zeigen, dass man auch auf Quadratmetern anstatt Hektaren Landwirtschaft betreiben kann.

Was liegt euch am Herzen, was treibt euch an?

Was uns antreibt ist die Vision einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Dabei wollen wir auch Technik (z.B. effiziente LEDs, vertikale Regalsysteme für Pflanzen, Klimaräume für Pilze etc.) nutzen, um die Landwirtschaft unabhängiger von der Umwelt zu machen. Das hilft bei der Anpassung an den Klimawandel und trägt dazu bei, das Lebensmittel auch bei ungünstigem Wetter, z.B. im Winter, regional verfügbar sind. Durch den vertikalen Anbau sinkt der Flächenbedarf enorm. Das trägt dazu bei wertvolle Naturfläche zu erhalten. Das ist vor allem in der Stadt bzw. in Stadtnähe wichtig, da die Fläche hier sehr knapp ist.
Gleichzeitig wollen wir auf unserem Acker, wo wir mit dem Boden und der Umwelt arbeiten, möglichst regenerativ arbeiten. Das heißt wir denken und wirtschaften in Kreisläufen, bauen Humus auf, Düngen rein organisch und verwenden keine chemischen Sachen.

B2B seid ihr sehr erfolgreich – Mit welchen Restaurants in der Region arbeitet ihr zusammen?

Wir sind sehr dankbar, dass wir mit einigen der Top Gastronomen in und um Passau zusammenarbeiten dürfen. Zu erwähnen wäre hier z.B. der Alexander Gottinger vom Reischlhof in Wegscheid. Er legt einfach sehr großen Wert auf regionale und frische Produkte, da sind wir natürlich die perfekte Bezugsquelle. Auch der Jagdhof in Röhrnbach – einer unserer ersten Kunden – bezieht seit dem Erstkontakt seine Microgreens bei uns. Wir sind immer in sehr engem Kontakt mit den Gastronomen und produzieren zum Teil auch individuell auf Anfrage. Dieses Jahr bauen wir z.B. spezielle Chillies für den Simon Hannig (Hangoro/Umamibar), oder spezielle Tomatensorten für den Michael Reis vom Restaurant Johanns an.

Die Liste ist nicht endgültig, aber eure Karte bietet ja einen guten Überblick. Aktuell erweitern wir unser Liefergebiet in der Region um Deggendorf und hoffen auch dort Restaurants und Hotels beliefern zu können.

Abnehmer und Verkaufsstellen von Triebwerk

Abnehmer und Verkaufsstellen

Wo kann man eure Edelpilze, Microgreens, essbaren Blüten und ausgefallenen Gemüsespezialitäten als Endverbraucher kaufen?

Als Endverbraucher gibt es mehrere Möglichkeiten unsere Produkte zu beziehen. Seit Juli 2023 bieten wir eine Gemüsekiste mit wöchentlicher Lieferung an. Wir stehen jeden Freitag (mit Ausnahme Juli/August) am Passauer Wochenmarkt und wir haben jetzt auch einen Ab-Hofverkauf bei uns in Wörth 6, 94034 Passau, der täglich geöffnet hat. Außerdem betreiben wir einen Webshop mit Liefergebiet Passau Stadt. Unsere Microgreens gibt’s zusätzlich beim Edeka Schwaiberger im DEZ. Wir freuen uns auf jeden Fall immer, wenn jemand Kontakt mit uns aufnimmt und sich für unsere Produkte interessiert!

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