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Wenn regionale Netzwerke Wirkung zeigen

Wie TUSHI und Weinbau Weizenberger zueinandergefunden haben

09.02.2026 - Bastian Kühnel
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Wenn regionale Netzwerke Wirkung zeigen

Manchmal ist das Glück nur ein paar Kilometer von der eigenen Haustür entfernt, wir wissen es nur oft nicht. Das kennen wir alle aus unserem Alltag - der Wochenmarkt, der kleine Buchladen ums Eck, das Wirtshaus im nächsten Dorf - wir gehen und fahren oft täglich daran vorbei und trotzdem denkt man instinktiv nicht daran wenn man dann ein Brot braucht oder zum Essen gehen möchte. Auch im Gespräch mit Regiothek-Betrieben stellen wir immer wieder fest: selbst in naher Umgebung ist es nicht selbstverständlich, dass Betriebe zusammenarbeiten. Wie unsere Plattform Regiothek dabei helfen kann Kooperationen aufzubauen wollen wir hier erklären. Inklusive einem kleinen Exkurs in den Weinbau und das Thema Düngung.


Mangelnde Bereitschaft regional zu Kooperieren gibt es in der Regel auf jeden Fall nicht. Auch braucht es keine großen Strategien oder aufwändige Business-Pläne. Kern von fruchtbarer Zusammenarbeit sind Nähe, Austausch, Vertrauen – und das richtige Netzwerk.

Jia Fu und Xinke Liu (Tushi) mit Hubert und Eva Weizenberger

Partnerschaften wollen gepflegt werden

Bild: Regiothek

Die Bio-Weinbauern Hubert und Eva Weizenberger haben ein Problem. Wie so oft sind es die Umstände vor Ort, der Boden und die Lage um genau zu sein. Hubert erzählt von der etwas ungewöhnlichen Lage ihrer Weinfelder: ein Hügel der nach vier Seiten abfällt. Dadurch sind insbesondere die oberen Lagen, der Gipfel des Hügels sozusagen, besonders exponiert und Nährstoffe werden sehr schnell aus dem Boden ausgewaschen. Mit herkömmlichen für den Ökolandbau zugelassenen Düngemitteln und -methoden wurden bisher nur bedingt zufriedenstellende Ergebnisse erzielt.

Ein Mitarbeiter von Weinbau Weizenberger auf einem Aufsitztraktor bohrt mithilfe eines hydraulischen Arms am Traktor Löcher in die Erde

Aufwändig: ein Loch bei jeder einzelnen Rebe um den Dünger in Wurzelnähe einzubringen

Bild: Weinbau Weizenberger

So fiel im Herbst 2025 die Entscheidung einfach mal etwas anderes auszuprobieren. Dass die zwei Düngerproduzentinnen Jia und Ke mit ihrem Startup TUSHI in der gleichen Stadt, also direkt vor der Haustür sitzen kommt da gerade recht. Mit ihrem Produkt setzen sie auf eine ausschließlich organische Zusammensetzung, botanisches Wissen aus China und Rohstoffen aus Bayern - natürlich auch für den Ökolandbau zugelassen. Sie selbst bezeichnen ihren Dünger gerne liebevoll als "Essen für den Boden", denn TUSHI setzt Nährstoffe kontinuierlich und bedarfsgerecht über alle Entwicklungsphasen der Pflanzen hinweg frei. Das kann sich übrigens nicht nur aufs Wachstum sondern langfristig auch auf die Sensorik des Weins oder allgemein der Früchte auswirken.


Erkunde die Profile:


Hört man den Weizenbergers aufmerksam zu, waren diese ohnehin schon schlagenden Argumente - also die geographische Nähe und ein vermeintlich hochwertiges Produkt - aber noch nicht ganz ausreichend um sich für diese Kooperation zu entscheiden. Verständlich, ihre komplette Ernte für die nächsten beiden Jahre hängt von einem ihnen unbekannten Produkt ab. Was aber in unserem Gespräch mehrfach erwähnt wird: eine ganze Liste an (persönlich) bekannten Betrieben die bereits mit TUSHIs Dünger experimentiert haben und durchwegs zufrieden sind. Hier bestätigt sich im Praxisbeispiel, was wir anfangs in den Raum gestellt haben: es geht um Nähe, Austausch mit bekannten Betrieben und Vertrauen. Ein Netzwerk eben.

Screenshot vom Regiothek-Profil von Tushi: man sieht eine Liste an Abnehmern und eine entsprechende Visualisierung auf einer Landkarte

So vermittelt Tushi Vertrauen: Lieferketten auf der Regiothek transparent dargestellt

Bild: Regiothek

Ein Netzwerk wie wir es auch mit unserer Plattform Regiothek erzeugen. Betrachtet man das Profil von TUSHI sieht man auf den ersten Blick den Grund für dieses Vertrauen. Durch die transparente Darstellung der Lieferketten ist ganz klar ersichtlich welche Betriebe zusammenarbeiten. Wie man an diesem Beispiel auch gut erkennt ist das nicht nur gut um Transparenz gegenüber Konsumenten und Konsumentinnen zu vermitteln sondern eben auch ein Weg positives Renommee für lokale Kooperationen aufzubauen. Und so freut sich TUSHI, dass sie über die Regiothek einen neuen Kunden in der Region gefunden haben.

Nicht jede Begegnung führt sofort zu einer Zusammenarbeit – aber jede Sichtbarkeit erhöht die Chance, dass aus einem Kontakt eine Idee und aus einer Idee ein gemeinsames Projekt wird. Genau hier zeigt sich die Stärke regionaler Plattformen: Man begegnet immer wieder denselben Namen, lernt Betriebe kennen, die ähnlich ticken, und findet schneller zueinander. In diesem Fall: ein neuer Ansatz im Weinberg, getragen von regionalem Austausch und gegenseitigem Vertrauen.