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KI als Chance für regionale Märkte

Oft wird heute vor allem gefragt: Was macht KI mit uns? Wir sollten uns öfter die Gegenfrage stellen: Was machen wir mit KI? Für uns ist sie vor allem ein Werkzeug, das neue Gestaltungsspielräume eröffnet.

Für uns ist KI eine Gestaltungsfrage

Künstliche Intelligenz ist für uns kein Thema, das man nur beobachten oder kommentieren sollte. Sie ist ein Thema, das aktiv gestaltet werden kann. In unserem Fall heißt das: die Nutzung der Regiothek-Plattform einfacher und zeitsparender zu machen, Prozesse zu unterstützen und mit Komplexität produktiver umzugehen.

Die Regiothek arbeitet an digitalen Strukturen für die regionale Lebensmittelwirtschaft. Gerade in diesem Feld entstehen viele Herausforderungen: Wir haben es mit kleinteiligen Strukturen zu tun, Informationen sind verstreut und regionale Märkte sind mit hohem organisatorischem Aufwand verbunden. Genau an solchen Stellen eröffnet KI neue Spielräume.

Unsere Auseinandersetzung mit KI begann vor dem Hype

Die Auseinandersetzung mit KI begann bei uns nicht als Reaktion auf öffentliche Aufmerksamkeit. Strukturierte Wissensmodellierung war von Anfang an Teil des technologischen Fundaments der Regiothek. Einer der Mitgründer, Alexander Treml, schrieb bereits Ende 2016 seine Masterarbeit zum Thema „Entwurf einer Lebensmittelontologie zum Einsatz in einer Onlineplattform“. Anfang 2017, noch bevor die Arbeit abgegeben war, wurde diese Ontologie zu einem der ersten Projekte des damaligen Teams um Simon Nestmeier, Anton Kohlbauer, Alexander Treml und Bastian Kühnel. Bis heute bildet sie ein zentrales Rückgrat der Plattform, mittlerweile hat sie sich eher zu einem Knowledge Graphen entwickelt.

Dass nach Ontologien und Knowledge Graphen dann auch NLP und Sprachmodelle für uns früh relevant wurden, ist deshalb kein Zufall. Bereits 2021 haben wir gemeinsam mit der Universität Passau im Forschungsprojekt SMAEG Bot an Fragen rund um Chatbot-Technologien gearbeitet. Dabei sei angemerkt: ChatGPT wurde erst Ende 2022 öffentlich verfügbar.

Hier kann man sehen: Ausgangspunkt war nicht der Reiz eines neuen Technologietrends, sondern die Frage, wie sich digitale Systeme so weiterentwickeln lassen, dass sie Betriebe im Alltag sinnvoll unterstützen.

Sie hilft uns, Komplexität handhabbar zu machen

Regionale Märkte sind vielfältig. Genau darin liegt ihre Stärke. Zugleich bedeutet diese Vielfalt aber auch Komplexität: unterschiedliche Betriebe, vielseitige Sortimente, viele Beziehungen, verschiedene Rollen entlang der Wertschöpfungskette und oft begrenzte zeitliche Ressourcen im betrieblichen Alltag.

KI wird für uns dort relevant, wo sie dazu beitragen kann, diese Komplexität handhabbarer zu machen. Etwa indem sie Informationen besser strukturiert, bei der Datenpflege unterstützt, Orientierung erleichtert oder digitale Interaktion vereinfacht. Ihr Potenzial liegt für uns nicht in einer abstrakten Automatisierungsrhetorik, sondern in konkreter Entlastung und besserer Strukturierung dort, wo Märkte kleinteilig, informationsintensiv und koordinationsaufwendig sind.

Die große Chance liegt in der domänenspezifischen Nutzung

Lange Zeit konnten sich vor allem große, globale Märkte hochspezialisierte IT-Systeme leisten. Für kleinere, kleinteilige Märkte war die Entwicklung solcher Systeme oft zu teuer und zu aufwendig. Genau hier verändern sich die Voraussetzungen gerade spürbar. Komplexe Software lässt sich heute schneller und wirtschaftlicher entwickeln als noch vor wenigen Jahren.

Darin liegt für regionale Märkte eine große Chance: Systeme zu bauen, die nicht auf anonyme Standardmärkte ausgerichtet sind, sondern auf die konkreten Anforderungen regionaler Wertschöpfung. Gerade im Bereich regionaler Lebensmittelmärkte ist das besonders spannend. Hier treffen vielfältige, oft unstrukturierte Informationen, kleinteilige Strukturen und ein hoher Bedarf an Sichtbarkeit und effizienter Zusammenarbeit aufeinander. Wenn KI in einem solchen Kontext sinnvoll entwickelt und eingesetzt wird, kann sie mehr sein als ein technologisches Zusatzthema. Sie kann dazu beitragen, regionale Zusammenarbeit besser organisierbar zu machen.

Die eigentliche Chance liegt für uns deshalb nicht in der Technologie an sich, sondern in ihrer passgenauen Nutzung für die konkreten Anforderungen regionaler Märkte.


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