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Wie die Regiothek entstand und warum Regionalität digitale Infrastruktur braucht

Regionalität ist mehr als ein Label. Sie ist gelebte Praxis in hunderten Betrieben. Doch wie wird sie sichtbar und wie wird regionaler Handel effizient organisiert? Die Geschichte der Regiothek beginnt nicht im Büro. Sondern im Hofladen einer kleinen Bäckerei.

Wie die Regiothek entstand und warum Regionalität digitale Infrastruktur braucht

Die Beobachtung

Es ist 2016. In Supermärkten wird zunehmend mit „regional“ geworben. Doch was bedeutet das eigentlich?

Für Alexander Treml war Regionalität nichts Neues. Neben seinem Informatikstudium an der Uni Passau arbeitete er im Verkauf einer kleinen Bio Bäckerei im Hofladen und auf Wochenmärkten. Holzofenbrot, Mehl aus der Region, kurze Wege, enge Lieferbeziehungen. Hier war Regionalität kein Marketingbegriff, sondern gelebter Alltag.

In seinem Umfeld war vielen Regionalität wichtig. Doch kaum jemand konnte genau sagen, woher die eigenen Lebensmittel tatsächlich kamen. Bewusst einkaufen wollte jeder. Aber Regionalität blieb oft abstrakt und schwer greifbar.

“Wie macht man diese Regionalität sichtbar?”

Gleichzeitig fiel ihm als Informatiker auf, dass hinter jedem hochwertigen Produkt ein komplexes Netzwerk steckt. Lieferbeziehungen, Abstimmungen, persönliche Kontakte, gewachsenes Vertrauen. Diese Netzwerke funktionierten über Jahre und Jahrzehnte. Doch sie standen zunehmend unter Druck. In einer Welt, die sich digital organisierte, blieben viele dieser Strukturen analog, kaum abgestimmt und nach außen nicht transparent darstellbar.

Daraus entstand eine zweite, grundlegende Frage:

“Wie kann man regional engagierte Betriebe dabei unterstützen, einfacher zusammenzuarbeiten?”


Die Idee

Aus dieser Beobachtung entstand eine Vision. Nicht allein, sondern im Freundeskreis.

Anton Kohlbauer als Anwendungsentwickler, Bastian Kühnel mit Hintergrund in Medieninformatik, Simon Nestmeier als Volkswirt und Alexander Treml als Informatiker beschlossen, ihre Kompetenzen zu bündeln.

Zunächst entstand daraus ein Projekt am Lehrstuhl für Data Science der Universität Passau. Dort wurden erste Prototypen entwickelt, technische Konzepte ausgearbeitet und ein erster Businessplan geschrieben. Es war eine Phase des Ausprobierens. Wie kann man regionale Lieferketten digital abbilden? Was brauchen Betriebe wirklich?

Das erste Büro der Regiothek. Damals noch Projekt der Uni Passau.

Aus der Idee wurde ein erstes Produkt. Aus dem Produkte wurde ein Startup: Denn 2018 wurde schließlich die Regiothek GmbH gegründet. Die Vision war klar:


“Ein Werkzeug, das regionale Netzwerke stärkt und Regionalität darstellt.”

Die Heldinnen und Helden dieser Geschichte sind nicht die Gründer. Es sind die regionalen Betriebe. Die Regiothek sollte ihnen ein digitales Fundament geben, auf dem ihre Arbeit sichtbar und ihre Zusammenarbeit einfacher wird.


Erste Erfolge

Schon früh zeigte sich, dass die Idee einen Nerv trifft.

2019 war das erste volle Jahr am Markt. Es brachte erste Kunden, erste Umsätze und vor allem echte Erfahrungen im Alltag mit Betrieben. Wir waren kein studentisches Projekt mehr. Jetzt mussten wir liefern.

In diesem Jahr folgten mehrere Auszeichnungen und Nominierungen, unter anderem beim Bayerischen Gründerpreis sowie beim europäischen Innovation in Politics Award in der Kategorie Ökologie. Die Aufmerksamkeit wuchs. Ebenso das Team und die Technologie.

Die Gründer der Regiothek werden beim Bayerischen Gründepreis ausgezeichnet.

Was zuvor Konzept und Prototyp war, wurde im Markt erprobt. Regionalität wurde digital abbildbar. Lieferketten konnten transparent dargestellt werden. Betriebe wurden sichtbar und untereinander vernetzt.

Langsam aber beständig wurde aus einer Idee ein funktionierendes Werkzeug.


Die Reifephase

Dann kam 2020. Corona veränderte vieles, auch in der regionalen Lebensmittelbranche. Persönlicher Vertrieb wurde unmöglich. Prioritäten verschoben sich. Unsicherheit nahm zu. Viele Kunden aus der Gastronomie fielen weg. Auch im Lebensmittelhandel mussten einige Betriebe aufgeben. Kurz darauf folgte die Energiekrise. Gerade kleinere Erzeuger und Verarbeiter, die zu unseren ersten Partnern gehörten, standen unter enormem Druck. Manche hörten auf.

Für die Regiothek bedeutete diese Phase eine grundlegende Neujustierung. Das Unternehmen war schnell gewachsen. Und plötzlich war Krise. Länger, als wir überhaupt existierten.

Auch intern war das eine anspruchsvolle Zeit. Wo wollen wir hin? Geschäftlich, aber auch persönlich? Was ist unser Kern? Was können wir wirklich leisten?

Diese Phase war kein Bruch der Idee.

Sie war ihre Reifung.

Aus einer regionalen Plattform wurde ein klar positioniertes Infrastrukturprojekt.


Heute

Seit 2024 ist die Regiothek klar ausgerichtet. Der Fokus liegt auf zwei Bereichen: Sichtbarkeit und Transparenz sowie digital organisierter regionaler Handel.

Heute unterstützen wir über 2.000 regionale Betriebe dabei, ihre Lieferketten transparent darzustellen, ihre Produkte auffindbar zu machen und ihre Zusammenarbeit digital zu strukturieren. Denn wir bauen in ausgewählten Regionen B2B Marktplätze auf, über die Bestellungen gebündelt, Logistik koordiniert und Prozesse klar organisiert werden.

Was die Regiothek mit dem B2B Marktplatz konkret ermöglicht, kann man hier ausführlich nachlesen. Vorab lässt es sich wie folgt zusammenfassen:

Aus Sicht eines Einkäufers bedeutet der B2B Marktplatz:

  • Einkauf bei mehreren regionalen Betrieben

  • Eine gebündelte Lieferung

  • Klare und abgestimmte Abläufe

Aus Sicht eines Erzeugers bedeutet der B2B Marktplatz:

  • Mehr Abnahme in der eigenen Region

  • Keine eigene Logistik organisieren müssen

  • Einfachere und planbare Zusammenarbeit

Was als Beobachtung im Hofladen begann, ist heute ein Werkzeug für Regionen geworden.

Unser Leitsatz lautet:

Wir bauen die digitale Infrastruktur, die Regionalität einfach macht.

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