Die Entstehungsgeschichte der Regiothek

Es war der Holzofen der kleinen Bäckerei Grafmühle in der Nähe von Passau, der den Zündfunken für die Regiothek versprühte. Zufällig war Alex dort für einen Studentenjob gelandet: Brot und Semmeln auf den umliegenden Märkten verkaufen, und dem Bäcker-Müller und seinen Leuten bei allem helfen, was gerade so ansteht. In Alex´ Kopf passierten vor allem drei Dinge: Begeistertes Staunen darüber, dass es diesen winzigen Betrieb mit eigener Mühle, traditionellem Holzofen und Bio-Rohstoffen aus der Umgebung überhaupt noch gibt. Zweitens: leicht unangenehmes Staunen darüber, wie wenig er selbst über Getreide, Saaten, Mahlen und Backen wusste, trotz des täglichen Brotes. Und drittens die Erkenntnis: Hier gibt es jeden Tag so viel Arbeit, dass die Bäckersleute nicht wirklich dazu kommen, den Menschen da draußen zu erzählen, was sie Großartiges zu bieten haben.

Im Internet fand Alex ein paar statische Verzeichnisse von Anbietern regionaler Produkte, an anderen Stelle Infos zu Nahrungsmitteln und Ernährung, viel Unklarheit um den Begriff „Regionalität“ und so manche ungepflegte Seite von eigentlich sehr gepflegten Betrieben. Orientierung? Schwierig. Zwei mal drei macht vier: Die Idee zur Regiothek war da. Informationen bündeln, Transparenz schaffen, im Sinne engagierter Betriebe und Menschen, die sich dafür interessieren, wo ihr Essen herkommt.

Nicht nur dem Grafmühlener Bäcker, auch den Inhabern von anderen kleinen Lebensmittel-Betrieben sowie Freunden und Bekannten erschien die Idee großartig. Mit Anton und Simon fand Alex die optimalen Mitstreiter für das Projekt. Die drei tüftelten und probierten und redeten mit einem Haufen Leute, bewarben sich mit der Regiothek für das EXIST-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums – und überzeugten die Jury. Jetzt, 2017, ist die Regiothek startklar und präsentiert sich der regional engagierten Welt!

Team

vl. Alexander Treml, Anton Kohlbauer, Simon Nestmeier

Alexander Treml
Als Kind wurde Alex in seinem niederbayerischen Dorf noch mit Hund und Milchkanne zum nächsten Bauern geschickt, Milch holen. Während dem Informatikstudium an der Uni Passau war es ihm ziemlich egal, wo sein Essen herkam – bis auf das gute Brot vom Wochenmarkt, das ihn auch zu seinem Studentenjob und schließlich auf die Idee mit der Regiothek brachte. Inzwischen ist er glühender Anhänger von Lebensmitteln mit eigener Geschichte und taucht mit viel Enthusiasmus immer tiefer in die Welt des Wissens um das Essen ein.
Als eher theoretisch ausgebildeter Informatiker bildet Alex bei der Regiothek die Schnittstelle zwischen Programmierung und Realität, zwischen dem Code und der Welt.

Simon Nestmeier
Simon kommt aus der gleichen niederbayerischen Ecke wie Alex, ging aber nach dem Zivi nach Frankreich, um dort Politik zu studieren. Er reist und genießt gerne und probiert im Ausland stets möglichst viele lokale Spezialitäten. Ausgehend von der bereits im Kindesalter erlangten Erkenntnis, dass die gestohlenen Äpfel besser schmecken als die eigenen, waren die besten Mahlzeiten seines Lebens oft die einfachsten, dafür aber die mit einer schönen Geschichte.
Weil er neben Rotwein und Trüffeln auch das „Geselchte“ aus Niederbayern schätzt, kehrte er von Paris nach Passau zurück, um mit der Regiothek dafür zu sorgen, dass es auch in 50 Jahren noch ehrliches Essen gibt. Im Team ist Simon zuständig für Konzept und Gestaltung der Regiothek, für Kommunikation und Administration.

Anton Kohlbauer
Als erfahrener Anwendungsentwickler ist Anton bei der Regiothek der oberste Programmierer. Als Fachinformatiker arbeitete er in verschiedenen Software-Unternehmen in Bayern und leitete später als selbstständiger Entwickler Projekte für große internationale Firmen. Als untypisch für einen Vollblut-Informatiker – dafür aber typisch für einen gestandenen Rottaler – gilt Antons ausgeprägter Geschmackssinn und die Liebe zum guten Essen. Bei Nahrungsmittel ist er sehr penibel und will genau wissen, was drin ist. Im Team stellt er genau die unangenehmen Fragen, die man braucht, um weiter zu kommen.